Vernissage: Knochen, Scherben und Skulpturen

19.10.2012 17:00

100 Jahre Archäologie an der Universität Basel - Eine Jubiläumsausstellung im Foyer des Rosshofs

22. 10. - 19. 12. 2012, Mo-Fr  9-18h

Vernissage: Am 19. 10. 2012 findet um 17h im Hörsaal 1 des Kollegiengebäudes der Festakt mit anschliessendem Apéro in der Ausstellung im Rosshof statt.

 

 

 

Im Jahr 2012 feiert die Archäologie an der Universität Basel gleich drei Jubiläen: Vor 100 Jahren wurde das Archäologische Seminar gegründet. Halb so alt sind die Fachbereiche Ur- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Archäologie sowie Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie.

Zu diesem Anlass präsentieren sich die drei archäologischen Institutionen im Foyer des Rosshofs.

 

100 Jahre Klassische Archäologie

"Mitteilung eines Schreibens der Kuratel, in welchem die Errichtung der Seminarien für Musikwissenschaft, Archäologie und Wirtschaftskunde genehmigt wird."

Dieser knappe Satz im Fakultätsprotokoll vom 11. Januar 1912 nennt den äusseren Grund, weshalb wir heute auf 100 Jahre Klassische Archäologie an der Universität Basel zurückblicken können. Das Datum betrifft aber nur die Geburt der Institution; gelehrt wurde Archäologie an der Universität schon mindestens fünfzig Jahre früher. Die Ausstellung spürt diesen Anfängen nach und verfolgt die Entwicklung des Fachs bis in die Gegenwart.

 

50 Jahre Ur- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Archäologie und Institut für Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie (IPNA)

Im Jahr 1962 kamen die beiden Fachbereiche  – damals noch Seminar für Ur- und Frühgeschichte und Laboratorium für Urgeschichte genannt – zur Universität Basel. Beide Institutionen arbeiten seither in Forschung und Lehre eng zusammen. Dadurch wird in Basel seit 50 Jahren eine ganzheitliche Archäologie unter Berücksichtigung geistes- und naturwissenschaftlicher Methoden und Fragestellungen praktiziert und vermittelt.

 

Geschichte der Archäologie

Wie wurde Archäologie an der Universität früher unterrichtet? Seit wann kann man überhaupt Archäologie studieren? Was verstand man im 19. Jahrhundert unter Archäologie? Die lückenhafte Kenntnis über die Anfänge unseres Fachs hat Dozierende und Studierende angeregt, die geschichtlichen Fakten zusammenzutragen und sie in einer Ausstellung zu präsentieren.

Zusätzlich schärfte die vor zwei Jahren erfolgte räumliche und institutionelle Zusammenführung der archäologischen Fachbereiche im Departement Altertumswissenschaften das Bewusstsein für die gemeinsamen Wurzeln der verschiedenen Disziplinen.

Anhand von Dokumenten beleuchten wir die Geschichte der drei heutigen Fachbereiche Klassische Archäologie, Ur- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Archäologie sowie Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie und gehen auf Protagonisten und Pionierinnen ein. Es wird gezeigt, wie aus den Anfängen der Archäologie im 19. und frühen 20. Jahrhundert ein modernes Studienfach mit vielen unterschiedlichen Teilbereichen und Spezialgebieten entstanden ist, das damals wie heute von der Begeisterung und vom Engagement vieler getragen wurde und wird.

 

Lehre und Forschung

Ein grosser Teil der Ausstellung ist der archäologischen Lehre und Forschung gewidmet. Die Spannweite der technischen Lehrmittel reicht von zirkulierenden Bildermappen aus der Zeit um 1880 bis zur heutigen elektronischen Bilddatenbank. Zu den Lehrformen gehören Übersichtvorlesungen, Praktika zur Materialbestimmung wie auch Lehrgrabungen.

Die drei Fachbereiche geben Einblick in vergangene und aktuelle Forschungsprojekte. Zu nennen ist etwa ein 1982 abgeschlossenes Projekt, das die Rekonstruktion des Parthenons in Athen mit seinem gesamten Bauschmuck zum Ziel hatte, oder das aktuelle Projekt über den keltischen Fundplatz Basel-Gasfabrik, bei dem es um die kulturhistorische Bedeutung der dort gefundenen menschlichen Überreste geht. Bemerkenswert ist ferner der grosse geographische Radius von Basler Ausgrabungen; er reicht von der Region (Augusta Raurica, Vindonissa) über Frankreich, Italien, Griechenland bis in den Nahen Osten (Jordanien, Syrien, Libanon).

 

Alte Vorlesungsnotizen, Grabungsfunde und weitere anschauliche Objekte – von heute „steinzeitlich“ anmutenden Glasdias bis zur griechischen Statue – machen die Jubiläumsausstellung lebendig.

 

... und die Studierenden?

Als Ergänzung zur wissenschaftlichen Perspektive soll in der Ausstellung mit einem studentischen Projekt das „Flair vergangener Zeiten“ heraufbeschworen werden. Zahlreiche Fotos von Exkursionen, Ausgrabungen, Seminarfesten und anderen Aktivitäten fügen sich zu einer über dem Ausstellungsraum schwebenden „Ahnengalerie“, welche von den Besuchern – vom Erstsemester-Studenten über die arrivierte Archäologin bis hin zum emeritierten Professor – interaktiv mitgestaltet werden kann: Die Fotos und deren Rahmen dürfen beschriftet, mit Anekdoten ergänzt, kommentiert und verziert werden. Auf diese Weise soll ein mehrere Generationen übergreifender Beitrag entstehen, der Momentaufnahmen des universitären Lebens und Erinnerungen an früher vereint.

 

Broschüre zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint eine Broschüre mit vielen Bildern und informativen Beiträgen zur Archäologie an der Universität Basel. Für CHF 5.- (Unkostenbeitrag) kann das gebundene Büchlein während der Ausstellung an der Theke der Bibliothek Altertumswissenschaften im 1. Stock des Rosshofs erworben werden.